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Ratgeber · Wärmepumpe in Eigenleistung

Wärmepumpe selbst einbauen – gibt es trotzdem KfW-Förderung?

Ja. Auch wer seine Wärmepumpe selbst montiert, bekommt den KfW-Zuschuss aus der Heizungsförderung (Programm 458). Gefördert werden dann die Materialkosten. Statt eines Fachbetriebs bestätigt ein Energie-Effizienz-Experte die Kosten und die fachgerechte Ausführung.

Stand: Oktober 2026 · Autor: Carsten Bruns, Energie-Effizienz-Experte, gelernter Anlagenmechaniker und Ingenieur (B.Eng.). Förderbedingungen ändern sich – maßgeblich sind die aktuellen Merkblätter der KfW.

Die kurze Antwort

Eigenleistung ist förderfähig. Die KfW bezuschusst bei einer selbst eingebauten Wärmepumpe die Materialkosten – also Wärmepumpe, Speicher, Rohre, Heizkörper, Armaturen und Zubehör. Ihre eigene Arbeitszeit wird nicht gefördert.

Weil kein Fachbetrieb die Fachunternehmererklärung ausstellt, übernimmt ein Energie-Effizienz-Experte von der Expertenliste des Bundes diese Rolle: Er erstellt vor dem Antrag die Bestätigung zum Antrag (BzA) und nach dem Einbau die Bestätigung nach Durchführung (BnD).

Wie viel Zuschuss ist möglich?

BausteinSatzFür wen
Grundförderung30 %alle Eigentümer
Klimageschwindigkeitsbonus16 %Selbstnutzer, die eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- bzw. Biomasseheizung ersetzen
Einkommensbonus10–40 %Selbstnutzer, gestaffelt: 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen (mit minderjährigem Kind jeweils 10.000 € mehr)

Gefördert werden höchstens 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Zusammen sind höchstens 70 % Förderung möglich, in der niedrigsten Einkommensstufe bis 80 %. Stand: Förderbedingungen seit 21.07.2026. Ab dem 01.02.2027 sinken Höchstbetrag und Klimageschwindigkeitsbonus schrittweise; für 2027 ist zudem eine Unterscheidung nach Herkunft der Wärmepumpe (EU / Nicht-EU) angekündigt.

Beispielrechnung

16.000 € Materialkosten, Selbstnutzer ersetzt eine 25 Jahre alte Gasheizung, Einkommen über 50.000 €: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus = 46 %

7.360 €

Zuschuss von der KfW

Was Sie selbst machen dürfen – und was nicht

  • Selbst möglich: Aufstellung der Außeneinheit, Verrohrung, Speicher, Heizkörpertausch, Dämmung der Leitungen, Befüllen und Entlüften der Heizungsanlage.
  • Monoblock statt Split: Für den Selbsteinbau eignet sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise, weil der Kältekreis werkseitig geschlossen ist. Bei Split-Geräten muss ein Kältetechniker mit Sachkundenachweis den Kältekreis herstellen.
  • Elektroanschluss: Anschluss ans Stromnetz und Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt ein eingetragener Elektrofachbetrieb.
  • Inbetriebnahme: Viele Hersteller verlangen für die Garantie eine Inbetriebnahme durch ihren Kundendienst oder einen Fachbetrieb – das sollten Sie vor dem Kauf klären.

Der Ablauf in fünf Schritten

  1. Planung: Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und Auswahl der passenden Wärmepumpe.
  2. BzA: Der Energie-Effizienz-Experte erstellt die Bestätigung zum Antrag.
  3. Antrag: Sie stellen den Antrag im KfW-Kundenportal – bevor Sie die Wärmepumpe kaufen.
  4. Einbau: Sie montieren, der Elektrofachbetrieb schließt an, die Anlage wird in Betrieb genommen und hydraulisch abgeglichen. Dokumentieren Sie alles mit Fotos.
  5. BnD und Auszahlung: Der Experte prüft die Ausführung und erstellt die Bestätigung nach Durchführung. Sie reichen die Nachweise ein, die KfW zahlt aus.

Ausführlich: BzA und BnD bei Eigenleistung und Checkliste der Nachweise.

Die häufigsten Fehler

  • Zu früh gekauft: Wer die Wärmepumpe vor dem Antrag kauft, verliert die Förderung.
  • Heizlast geschätzt: Eine Faustformel pro Quadratmeter reicht nicht. Für die Förderung ist ein hydraulischer Abgleich auf Basis einer raumweisen Heizlastberechnung Pflicht.
  • Keine Fotos: Was beim Einbau nicht dokumentiert ist, lässt sich später kaum bestätigen – etwa gedämmte Leitungen hinter der Verkleidung.
  • Elektrik selbst gemacht: Ohne Elektrofachbetrieb gibt es weder Netzanschluss noch Förderung.
Förderservice Wärmepumpe in Eigenleistung

Die Energieberatung Bruns aus Minden erstellt als gelisteter Energie-Effizienz-Experte die BzA und BnD für Wärmepumpen in Eigenleistung – deutschlandweit und zum Festpreis: ab 1.290 € (Prüfung Ihrer eigenen Berechnungen) oder ab 1.990 € inklusive Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich.

Häufige Fragen

Bekomme ich die KfW-Förderung auch, wenn ich die Wärmepumpe selbst einbaue?

Ja. Gefördert werden die Materialkosten. Ein Energie-Effizienz-Experte bestätigt vor dem Antrag (BzA) und nach dem Einbau (BnD) Kosten und fachgerechte Ausführung.

Wird meine Arbeitszeit gefördert?

Nein. Bei Eigenleistung zählen nur die Materialkosten, nicht die eigene Arbeitsleistung.

Welche Wärmepumpe eignet sich für den Selbsteinbau?

Am besten eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Bauweise, weil der Kältekreis werkseitig geschlossen ist. Split-Geräte brauchen einen Kältetechniker.

Wer stellt die BzA bei Eigenleistung aus?

Ein Energie-Effizienz-Experte von der Expertenliste des Bundes. Die Energieberatung Bruns bietet das deutschlandweit zum Festpreis an.

Wann darf ich die Wärmepumpe kaufen?

Erst nachdem der Antrag bei der KfW gestellt ist. Ein Kauf vor dem Antrag gilt als vorzeitiger Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus.

Carsten Bruns, Energieberater in Minden

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